„Merk-Würdiges“ aus und für Training und Coaching gab es beim Trainer-Kongress in Berlin am 15. + 16. März 2013: Infos, Workshops und zahlreiche Aussteller.

Ganz in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes, im ehemaligen Osten der Stadt, fand der fünfte Trainer-Kongress Berlin im Café Moskau statt. Der Name der Location lässt zunächst kaum die Assoziation zu, es handele sich dabei um eine Veranstaltung mit 33 Ausstellern und mehreren Hundert TeilnehmerInnen.

Information und Methodentraining

Ein breit gefächerter Querschnitt zur Erweiterung und Vertiefung von Techniken und Methoden für Coaches und Trainer, neue Produkte verschiedener Herstellerfirmen auf den Ausstellungsflächen, sowie 40 Workshops und Fachvorträge bildeten beim Trainer-Kongress den Rahmen der Veranstaltung. Darüber hinaus wurde ein umfangreiches Sortiment an Fachliteratur, zum Teil gerade erst erschienen, den Besucherinnen und Besuchern angeboten.

Die Hirnforschung hält immer mehr Einzug in die Gestaltung von Weiterbildung

Da gibt es Impulse aus den Naturwissenschaften: Welche Erkenntnisse aus der Hirnforschung lassen sich wie in eine Trainingsveranstaltung integrieren? Sollten, nein, müssten nicht manche Formate umgestellt, überarbeitet oder ganz abgeschafft werden? Was erzeugt bei wem Interesse, wie und warum? Ist Motivation überhaupt ein Mythos? Kann man sie erzeugen oder korrumpieren?

Wie man Forschungsergebnisse in Trainingsprogramme integriert:

Besonders zahlreich vertreten waren Veröffentlichungen, die sich mit abwechslungsreicher Gestaltung von Seminaren beschäftigen und viele Ansätze weiterentwickeln. Der Trend verstärkt sich immer mehr, mit unterschiedlichsten Methoden TeilnehmerInnen möglichst viel und aktiv in die Veranstaltungen einzubeziehen. Übrigens auch im Hinblick auf die Verwendung elektronischer Medien und Trainings im Online-Format. Dies entspricht wesentlichen Ergebnissen aus der Forschung darüber, wie der Mensch lernt. Entdeckendes Lernen in allen Facetten, Neugier wecken, überraschende Impulse geben, ausprobieren lassen, Anker setzen. Auch hier wieder viele Weiterentwicklungen, die ganz verschiedene Bedarfe berücksichtigen.

Die Aufgaben von Trainer / Trainerin und Coach entwickeln sich weiter

Lernen als Prozess spielt sich bei dem und der Lernenden ab. Er sollte initiiert, nicht verordnet werden, begleitet, nicht erzwungen. Dies erfordert eine ausgeprägte Fähigkeit  bei TrainerIn und Coach, sich auf ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Kenntnisse und persönliches Lerntempo von TrainingsteilnehmerInnen einzustellen. Die Person, Haltung und Ausstrahlung des Trainers und der Trainerin standen darum im Mittelpunkt zahlreicher Workshops. Themen wie persönliche Präsenz des Trainers, Gestik und Wortwahl wurden theoretisch beleuchtet und mit zum Teil sehr eindringlichen Übungen trainiert. Auch TrainerInnen müssen trainieren, oder vielmehr gerade sie! Überzeugend weitergeben und für etwas begeistern kann ich nur, wenn ich vorher genau reflektiert habe, was ich weitergeben will und meine ganze Haltung dies auch ausdrücken kann. Für Trainer und Coaches gehören dann auch schon mal exotischere Herangehensweisen zum persönlichen Lernprogramm, wie z.B. Methoden und Techniken aus der Theaterwelt oder dem Reich der Musik. Beides hat damit zu tun, Menschen zu faszinieren und ihnen neue Horizonte zu eröffnen.

Nobody is perfect

Dürfen TrainerInnen Fehler machen? Natürlich dürfen sie das, es wird sich auch gar nicht vermeiden lassen. Nur so kann man lernen, werden Neugier und Ehrgeiz angestachelt, und ganz nebenbei bleibt auch für die Gruppe die Möglichkeit erhalten, selbst auszuprobieren und an nicht so Gelungenem zu lernen.

Diese Erkenntnis lässt sich wunderbar mithilfe von Elementen aus der Schauspielerei transportieren, wobei die Teilnehmenden mit viel Spaß gar nicht perfekt sein müssen, dadurch die Bereitschaft steigern, auch in anderen Lernkontexten die Angst vor Fehlern zu überwinden und sich selbst neue Entwicklungsräume zu erschließen.

Fazit:

Ein gebündelter Überblick über Entwicklungen, Neuerungen und Erfahrungen aus der Trainingswelt wurde beim diesjährigen Trainer-Kongress geboten.

Die Resonanz war groß und lässt vermuten, dass im kommenden Jahr der Kongress ein mindestens genauso umfangreiches Programm bieten wird. Viele Impulse und einiges zum Nachdenken und Nacharbeiten konnte wahrscheinlich jede und jeder mitnehmen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

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